Mittwoch, 2. Mai 2012
Untreu
Untreu

Heute treffe ich meinen Herzenmann H. in der Sauna, er kommt relativ spät und als wir und begegnen, sagt er:
„Ach, wie schön, eine vertrautes Gesicht. Ich dachte, du seist schon weg!?“
„Nun, du hättest mir ja auch mal eine gute Reise wünschen können oder? Und auch ein kleines Dankeschön für das Gedichtbändchen!?“
„Ja, dankeschön!“
„Was hast du damit gemacht,“ hake ich nach.
„Ich habe es bei mir im Auto“.
„Und wie gefällt dir das Bild?“
„Ja, auch schön!“
Ein Herr aus einer Gruppe, bei der ich mich gerade verabschiedet hatte, sagt im Vorbeigehen:“Na, Sie sind ja nicht weit gekommen.“
Ich antworte schlagfertig: „Oder ganz weit, wie mans nimmt!“
Wir lachen. „Ach, vielleicht am Ziel angekommen?“fragt er so von Weitem.
Ja und nein. Denn H. hatte mich kurz vorher sehr verliebt angeschaut, mich an sich gezogen und sanft geküsst.
„Ich werde dich vermissen“, sage ich.
„Ich dich auch“, kommt prompt die Antwort.

Ich erzähle ihm, dass ich gerade einen Satz geschrieben hätte:
Mein Herz hängt noch fest.
Ich bestelle ihm von D., ob er nicht doch noch unseren Teich abdichten könne. Er sagt auf jeden Fall ja. Nun ich bin gespannt.
Nun gehen wir gemeinsam in die Erdsauna, es ist unerträglich heiß dort.
Als die anderen Gäste gehen, kommt H. ganz schnell zur Sache und küsst mich sehr stürmisch. Ich wehre mich ein wenig, lasse es im Endeffekt aber zu.
„Ich wollte mich nur von dir verabschieden,“ begründet er seinen „Angriff“
Und nun kommt der Hammersatz: „Ich habe dich auch geliebt!“
Das haut um. Er spricht es zum ersten Mal wirklich aus.
Überraschung ! Ich bin beeindruckt und berührt.
„Komm heile wieder“. „Wenn nicht, legst du mir ab und an mal ein Blümchen auf mein Grab?“ Er versprichts.
Ich bin jetzt wirklich beruhigt. Komisch.

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Dienstag, 1. Mai 2012
Dankbarkeit
Heute habe ich sehr viele gründe dankbar zu sein:
meiner mutter geht es nach wochenlanger krankheit etwas besser.
meine reisevorbereitungen stehen.
ich habe zur zeit keine geldsorgen.
meine familie ist gesund.
ich bin gesund.
ich werde geliebt und habe ein erfülltes liebesleben.
ich habe einen freundeskreis.
die sonne scheint, die vögel zwitschern und unsere halbwilde hauskatze hat junge bekommen.
die welt ist schön!

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es blühte auch ein "Veilchen" auf ;-)
Gestern Abend schrieb mir O., dass er ein blaues Auge hätte und sich schämen würde heute zu mir zu kommen, so sollte ich ihn bitte nicht sehen.
Ich war erschrocken. Wie konnte das passieren. Er weinte am Telefon als ich ihn anrief.
Jemand bekam noch 10 Euro von ihm und schlug ihm ohne Vorwarnung aufs Auge, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Da O. aber keine 10 Euro hatte, musste er sich die vom Nachbarn leihen.
Mein Mitbewohner sagte, als er es hörte:“Fahr doch hin und tröste ihn“.
Ich verzichtete mal wieder auf meine Lieblingssendung im Fernsehen und setzte den Rat in die Tat um.
Nun schon den dritten Abend in Folge bei ihm in der Wohnung.
Das wird aber nicht zur Gewohnheit, denn heute Abend möchte er wieder zu mir kommen. Der Besuch wurde auch offiziell bei D. angemeldet ;-)
„Hast du mich vielleicht heute angelogen,
so dass es ein „Echo“ von oben ist?“ fragte ich vorsichtig. „Nein!“ kam es nicht wirklich glaubwürdig rüber.
Nun, dann weiß ich es auch nicht.
„ICH hatte noch nie ein blaues Auge, ich vertrage mich mit allen Menschen.“
„Ich habe heute sogar meine Nachbarin gegrüßt!“
Ich hatte mir das blaue Auge schlimmer vorgestellt. O. hörte auch nicht auf meinen Rat und kühlte es nicht, hätte aber geholfen.
Männer!

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Montag, 30. April 2012
O. sagt:
"Ich blühe durch dich auf"
Na,das ist mal ein schönes Kompliment oder?

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Sonntag, 29. April 2012
Unser Hausbaum glaubt an den beginnenden Frühling






Unser Hausbaum, eine etwa 200 Jahre alte Linde, glaubt endlich auch an den beginnenden Frühling..

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Verblüffung!
Es war gar nicht so schlimm.
Gut die Wohnung ist renovierungsbedürftig, aber einigermaßen sauber.
O. hatte geputzt, ich konnte sogar das Badezimmer betreten, die Toilette war geschruppt.
Die Schlafcouch war ausgezogen, mit frischer Bettwäsche bezogen und das Zimmer mit Kerzenlicht gemütlich gemacht.
„Na, du hast es aber übertrieben! Es ist doch gar nicht so schlimm!“ stellte ich erleichtert fest. Ich habe schon Schlimmeres gesehen!“
O. schien erleichtert. „Nun,“ gab er zu bedenken, „die Wände sind dreckig.“
„Ich besuche nicht die Wände, sondern dich“.
„Schön, dich bei mir zu haben!“
„Nun, das hättest du schon eher haben können, lange hätte ich nicht mehr gewartet, es war so gerade an der Grenze!“
„Ja, das weiß ich.“
Wir aßen zuerst die mitgebrachte Pizza, tranken Cola und Sprudel und machten es uns auf der Schlafcouch gemütlich.
Er überreichte mir eine Rose und eine kleine Kerze in Sternform.
Irgendwie anrührend, etwas unbeholfen, aber sehr lieb.
Ich konnte mein Glück kaum fassen. Endlich konnte ich ihn besuchen, ohne meinen Mann eine Etage tiefer im Haus zu wissen, ungestört und hemmungslos.
Dementsprechend haben wir uns auch beim Kuscheln gefühlt, nämlich richtig entspannt und frei.
Meine Befürchtung, er würde mir sagen, ich sei zu laut, haben sich nicht bewahrheitet. Nicht ein einziges Mal hatte er Angst, die Nachbarn könnten etwas hören.
Beide konnten wir es richtig genießen und fühlten uns sauwohl.
Auch seine Liebesbeteuerungen taten dieses Mal gut und schmerzten nicht, weil ich spürte, was er hier fertig gebracht hatte, das tat er aus Liebe.
Er gab zu, dass es schöner gewesen wäre, wenn das schon viel eher stattgefunden hätte und er konnte es selbst nicht glauben, dass er es geschafft hatte, die Wohnung endlich so aufzuräumen, dass ich sie betreten konnte.
Ich denke O. ist mehrmals über seinen Schatten gesprungen.
Alle Achtung, hätte ich nicht gedacht. Es ging aber nur deshalb, weil ich in dieser Woche wirklich hart geblieben bin und er nicht mehr zu mir kommen durfte.
Jetzt bin ich zufrieden und zum ersten Mal lässt der Schmerz wegen H. nach.
Stimmt also doch die Devise, dass guter Sex gegen Liebeskummer hilft?

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Samstag, 28. April 2012
Zum ersten Mal
Heute „darf“ ich zum ersten mal O.s Wohnung betreten.
Ich glaube es erst, wenn ich die Schwelle überschritten habe.
Hoffentlich gehe ich nicht rückwärts wieder raus!
Er hat mich ja vorgewarnt: „Denke dran, ich habe eine Junggesellenbude.
Du bist die erste Frau nach 7 Jahren, die meine Wohnung betritt.“
Im Vorfeld musste ich Bettwäsche und Bettlaken bringen.
Und beim Essenmitbringen muss ich auch einfallsreich sein, denn es gibt keinen Tisch(!) und keine Teller und kein Besteck (?).
Gut, ich bringe also eine kleine Pizza für jeden mit.
Der geneigte Leser fragt sich, warum ICH wieder dafür verantwortlich bin?
Nun, der Gute hat immer noch kein Geld und hungert sich so durch. Oder frisst sich so durch, wie man will.
Getränke bringe ich natürlich auch mit.
Die Alkoholfahne flatterte heute Mittag schon wieder, als ich ihm die Sachen vorbeigebracht habe, natürlich Übergabe vorm Haus und es war ihm sehr peinlich, dass die Nachbarn es mitbekommen haben.
Ja, aber ich darf keine Hemmungen haben, dass er mich zu Hause besucht?
Vorwarnung wurde noch ergänzt:“An einigen Stellen habe ich schon mal die Tapeten abgemacht, im Flur und auch zum Teil im Wohnzimmer“.
Ich frage mich, warum man das nicht in einem und wenn, dann alles fertig machen kann.
„Ich mache alles schön, mit der Zeit.“
Ja, nutze mal die vier Wochen, wenn ich in Ghana bin dazu, statt hinter mir her zu jammern.
Kanalisiere und nutze diese Energie, endlich deine Wohnung wohnbar zu machen.
Nicht für mich, nein für dich!
Deine Umgebung ist der Spiegel deiner Persönlichkeit!
Und diese scheint zur Zeit ja noch das reinste Chaos zu sein!
"Ich jammere trotzdem hinter dir her und werde viel weinen!".
Ja, was soll ich noch dazu sagen?!

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Mein großes Herz
Mein großes Herz
Alles passt hinein
Alte Lieben
Neue Lieben
Zukünftige Lieben
Alles möchte ich behalten
Halten
Ehren
Wertschätzen
Erinnern
Dankbar
Mich einhüllen in dieses starke Gefühl
Das spendet Trost
Genau das

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Freitag, 27. April 2012
Pantoun- Tibetanische Gedichtform
In der jüngsten Ausgabe der Happinez gibt es eine Einladung, ein Gedicht zu schreiben, nach tibetanischen Regeln, ein sogenanntes Pantoun.
Hier mein erster Versuch.
Den Namen meines Herzensmannes kann ich leider nicht ausschreiben.


Woran denken Sie gerade?
Entdecken Sie, womit Ihr Geist gerade beschäftigt ist, während Sie dieses Gedicht schreiben.
Mein „Pantoum“. (Tibetische Gedichtform)Nun mein Gedicht vom 26.4.12

Zeile 1 Ich sehne mich nach Dir, H.
Zeile 2 Ich muss Dich lassen
Zeile 3 Ich möchte Dich nicht ganz verlieren
Zeile 4 Herzschmerz hört nicht auf
Zeile 5 Ich muss Dich lassen
Zeile 6 Es tut unendlich weh!
Zeile 7 Herzschmerz hört nicht auf
Zeile 8 Wo finde ich Trost?
Zeile 9 Es tut unendlich weh
Zeile 10 Wehmut erfüllt die Seele
Zeile 11 Wo finde ich Trost?
Zeile 12 Traurigkeit besetzt das Herz
Zeile 13 Wehmut erfüllt die Seele
Zeile 14 Schweres Herz, wann wirst du wieder leicht?
Zeile 15 Traurigkeit besetzt das Herz
Zeile 16 Mein Traum mit Dir zu verschmelzen, welch Glück!
Zeile 17 Schweres Herz, wann wirst du wieder leicht?
Zeile 18 Ich möchte Dich nicht ganz verlieren
Zeile 19 Möchte Dich küssen- ein letztes Mal
Zeile 20 Ich sehne mich nach Dir, H.

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Mittwoch, 25. April 2012
Glückstag
Heute läuft alles wie am Schnürchen. Ich kann mein Glück kaum fassen:
zuerst treffe ich H. in der Sauna(mein Exherzensmann),
mit dem es Irritationen gab, er ist nicht mehr böse und redet mit mir! Das Gedichtbändchen möchte er aber eigentlich nicht annehmen, hatte es aber schon vor dem Saunabesuch an sein Auto geklemmt.
Begründung, er lebt jetzt offen und ehrlich,"damit lebt es sich besser und freier"(nun, das habe ich ihm monatelang versucht klar zu machen, nun hat er es anscheinend endlich begriffen).
"Dann wirf es bitte nicht weg, sondern klemme es mir bitte an mein Auto", bitte ich ihn," und lies bitte wenigstens meine Briefe!"
Als ich hinterher zum Parkplatz komme, hat er es doch mitgenommen.
Wahrscheinlich doch sehr beeindruckend,eigene Gedichte als Gedichtbändchen zu bekommen.
Entweder er hat es sich überlegt und behält es nun ganz oder ich bekomme es nächste Woche wieder.
Mal schaun. Ersteres wäre besser.
Mir ist ein enormer Stein von der Seele gefallen, dass wir wieder normal miteinander reden können und er nicht über mich verärgert ist.
Dann geht das Glück weiter:
Victor ruft mich an und hat doch wahrhaftig ein günstiges Hotel direkt am Strand gefunden, das auch noch so heißt wie meine Enkeltochter, das ist ein super gutes Omen.
Es kostet ein Zehntel von dem, was die Touris dort bezahlen müssen, die alles abgezockt werden.
Und nun die Krönung:
Meiner Mutter geht es besser und sie schenkt mir Geld für meinen Urlaub.
Alles klar?
So kann es jetzt weitergehen!
Ich sollte heute Lotto spielen, vielleicht habe ich ja eine Glückssträhne?!

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Montag, 23. April 2012
Heute ist es besonders schlimm
Diesen Satz meiner Mutter höre ich jeden Tag.
Morgen ein neuer Termin beim Neurologen.
Ich bin wieder mit meinem Latein am Ende.
Sie will keine Hilfe,"ich bringe dich in eine Klinik",
"Nein auf keinen Fall,da sitze ich auch nur rum und da sind ganz viele Bekloppte und da wirds noch schlimmer."

O.hat sich wieder daneben benommen und mir beim Telefonieren den Hörer aufgeknallt.
Gehts noch? Kurz nachdem er etwas verbockt, tut es ihm schon wieder leid(kenne ich doch irgendwoher ;-)
Er möchte es mir auf den Knien liegend sagen, dass es ihm leid täte.
Er liebt mich doch!sagt er.Man merkt es nicht wirklich.
Habe durch die Krankheit meiner Mutter genug Chaos am Hals und genug nervenaufreibende Situationen.
Da brauche ich das gar nicht zur Zeit,aber wer braucht schon so etwas.
"Ich mache alles kaputt!" Ja,da kam aber eine Einsicht!
Die ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung ist.
Nun gut,ich habe ihm jetzt gesagt,er solle sich wieder melden,wenn er sein Leben geordnet und geregelt hätte.
"Wieso,dann sehen wir uns ja nicht vor deiner Reise".
Anmerkung:ich fliege am 5. Mai!)
Ja, kann sein, DU gestaltest zur Zeit unsere "Beziehung"(die ja für mich keine ist) und wenn du mich so mies behandelst,dann gibt es eben kein Treffen,basta,aus und Schluss.
Möchte nur irgendwie ein harmonisches Liebesleben haben mit wunderbarem Sex und eine harmonische Beziehung zu einem Mann,der zu mir passt, aber das erste geht wohl nicht ohne das zweite und umgekehrt.
Die Illusion gebe ich mal schnell auf.
Es stört mich zu viel, ich kann das Chaos nicht ausblenden.
Und wenn ich mich auch noch unter Druck setzen lassen muss("der nächste Baum ist meiner"),nö,schon mal gar nicht.
Nun hat er wieder für den Rest des Monats kein Geld, um sich Essen zu kaufen und schnorrt sich so durch.
"Das darf dich noch nicht stören, ist doch meine Sache", ja,hat er ja eigentlich Recht,aber es stört mich trotzdem.Es tut mir leid,es belastet mich.
Ich kann es eben nicht so abspalten vom Sexleben.
Da ist eben ein kompletter Mensch neben mir und nicht nur ein Liebhaber.
Eine Freundin sagt, sie hätte nur eine "Fickbeziehung",ja dachte ich auch, aber dafür bin ich anscheinend nicht abgebrüht genug.

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Altes Schätzchen gefunden
Hier ein durch Zufall(?) ein älteres Gedicht gefunden:

Meine Seele ruft...
meine seele ruft dich
kannst du sie hören?

warum frage ich?
ich kenne doch die antwort
ja,du hast sie gehört
ja,du möchtest
aber nein,du kanst nicht
nein,du willst es nicht
nein,ich will es nicht
wie schwach der protest
wie schwach die gegenwehr
wir stehen vor einer mauer,
ich reiße sie ein
mit meiner liebe
mit meinem verlangen
mit meiner sehnsucht

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Sonntag, 22. April 2012
shit happens
Heute Morgen schon ganz früh Alarm von meiner Mutter:"es geht mir immer schlechter,was soll nur werden,die Reise werde ich nicht antreten können."
Meine Schwiegertochter hat sie heute ganz spontan besucht und da ging es wohl so einigermaßen.
Ich denke in diesen Tagen an die Kartenlegerin von Questiko, der ich beim Pilgern auf dem Jakobsweg begegnet bin und die mir vorausgesagt hat(vor 8 Jahren),dass ich einmal sehr damit beschäftigt sein werde ,mich um meine Mutter zu kümmern. Diese Phase hat jetzt eingesetzt.
Nach dem langen Krankenhausaufenthalt, dachte ich es sei jetzt wieder alles gut und sie könne zu ihrer alten Form auflaufen,kommt dieses tiefe Loch, in das sie gefallen ist, warum auch immer.
Auslöser kann die geplante Reise sein, vor der sie sich wieder Bange macht oder aber meine anstehende Reise, wo ich sehr weit weg bin
"nein,da habe ich gar nicht dran gedacht" oder es waren die vielen Medikamente, die diese neue Depression ausgelöst haben.
Keiner ,nicht einmal der Neurologe kann es sagen.
Geschweige ich, und vor allem bin ich am Ende meines Lateins angelangt und bin ratlos.
Alles,was ich ihr entgegne wird widersprochen.
Sie jammert und bemitleidet sich selbst.
"Mein Kopf ist hohl,ich kann nicht mehr denken"
"Ich weiß nicht,was ich jetzt machen soll"
Wenn man weiß,wie agil und dynamisch meine Mutter noch vor einigen Wochen war, dann kann man das nicht glauben.
Irgendwann kommt der Abbau der Kräfte.
Musste es jetzt sein, wo ich guten Gewissens nach Ghana fliegen wollte?

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Donnerstag, 19. April 2012
Ich lasse allen Widerstand los und akzeptiere das, was ist.
Ja,so akzeptiere ich die Interpretation von Loslassen:
Kristina Hazler
Loslassen bedeutet nicht etwas nicht haben zu wollen. Es bedeutet nicht dass es verschwindet. Es bedeutet nicht - es zu vergessen, weg zu schmeissen oder ähnliches. Loslassen bedeutet - ich akzeptiere dass es ist (auch wenn nur als eine momentane Illusion). Loslassen bedeutet es nicht verändern zu wollen, nicht etwas damit machen zu wollen. Loslassen heißt vertrauen dass zu jedem Zeitpunkt das optimale passiert (auch wenn wir es nicht verstehen oder keinen Sinn darin sehen). Loslassen heißt sein lassen - auch wenn wir dessen sein nicht nachvollziehen können. Loslassen heißt sich auf sich besinnen, die Aufmerksamkeit zu sich verschieben. Loslassen heißt atmen und atmen lassen. :-)

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Dienstag, 17. April 2012
Gedichtbändchen für H.
Das Fotobuch mit den Gedichten für H. liegt immer noch bei mir in der Schublade und ich bin nicht sicher, ob ich es H. schenken soll, da ich vermute, es landet sofort im Mülleimer.
Es muss noch viel Gras über unsere letzte Irritation wachsen, viel Wasser den Rhein runter laufen.
Gestern schrieb ich ihm eine ganz knappe sms:
"Bist du noch böse?"
Natürlich keine spontane Antwort.
Ich werde das Gedichtbändchen einfach Morgen mit zur Sauna nehmen und wenn die Luft rein ist, bekommt er es geschenkt, wenn nicht, na dann...
Die Frage:hat er es verdient?
Antwort: Vielleicht...
Diese Worte werde ich handschriftlich hinzufügen:

"Lieber H.
zum Schluss möchte ich dir danken.
Du hast mir viel Schmerzen bereitet, nicht beabsichtigt, das ist klar, aber du hast auch sehr viel bei mir ausgelöst.
Du hast mein Leben verändert.
Ich habe durch die Liebe zu dir und durch den Liebeskummer meine verborgenen Talente entdeckt,an denen in der Zwischenzeit sehr viele Menschen partizipieren.

Ich hoffe, dass du diese Erinnerung an uns behalten und ab und an einmal hervorkramen kannst und dich in einer Mußestunde daran erfreuen kannst, wenn die letzten Irritationen zwischen uns vergessen und verziehen sind.
Es hat a l l e s seinen Sinn gehabt.
Davon bin ich überzeugt."
C.

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Sonntag, 15. April 2012
Womit habe ich das verdient?
Heute keine neuen Katastrophen.Womit habe ich das verdient?

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Freitag, 13. April 2012
Freitag der 13.
Die 13 ist normalerweise meine Glückszahl,ja!
Heute muss ich aber das "Glück" richtig suchen.
Kann es aber nicht finden.
Meiner Mutter geht es nach einer relativ guten Phase gestern nachmittag und Abend heute Morgen wieder ganz mies.
Man muss Geduld haben, sagt der Neurologe. Die Tabletten greifen erst in 14 Tagen.
"Wie soll ich ohne dich klar kommen?"
Ich weiß auch nicht.
Ich brauchte in dieser Situation auch mal jemand, an den ich mich anlehnen könnte, aber nein, nicht in Sicht, im Gegenteil.
Mein O. regt mich auf. Er hat sich mit seiner Schwester zerstritten, wegen Pillepalle.
Er toleriert ihr Leben nicht und macht ihr Vorschriften,wie sie zu leben hat.(Sie vögelt durch die Gegend und betrügt ihren Mann, sie haben vier Kinder ,da macht man so etwas nicht!)
So ein Kotzbrocken! Ich habe mich heute Nacht am Telefon tierisch über ihn aufgeregt und ihm ordentlich die Meinung gegeigt.
(Und wenn die Schwester 30 Liebhaber am Tag hätte, was ginge ihn das an?)
Ich habe ihm klar gemacht, dass er selbst ganz viele eigene Baustellen hätte, die er bearbeiten muss:
Stichwort:
Wohnung,/Messie
Jobsuche
Gesundheit(Alkohol,Drogen)
die Beziehung zu mir(immer noch ohne seine Wohnung betreten zu können)!!!!!!!!!!!
Selbst von meinen Kindern wegen meiner Beziehung in Tunesien diskriminiert, weiß ich, wie weh das tut und wie sehr man um Akzeptanz kämpfen muss.
Und nun habe ich einen "Mann" (?) an meiner Seite, (habe ihn eigentlich ja gar nicht an meiner Seite, nur ab und an mal in meinem Bett und das auch nur sporadisch!),der so etwas von intolerant, spießig und diskriminierend ist, das geht gar nicht.
Wir sind wie Feuer und Wasser.
"Ich habe keine Schwester mehr, die ist für mich gestorben, ich hasse sie alle".
ICH wäre froh, wenn ich eine Schwester hätte, sehr froh, dann säße ich hier nicht mit den Problemen meiner Mutter alleine.
Und er behandelt sie so?
Aber selbst würde er sich nie etwas sagen lassen.
Seine Schwester könnte ja zum Beispiel auch mal etwas dagegen haben, dass er eine 25 Jahre ältere Freundin hat oder?
"Nein, das ist meine Sache und meine Liebe, da lasse ich mir nicht reinreden."
Ja, hallo? Gehts noch? Kann man so etwas glauben?
Nein. Aber wahr!

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Donnerstag, 12. April 2012
Das Chaos geht weiter..
Dass dieses Jahr nicht prickelnd werden würde, war mir klar.
Aber dass es ununterbrochen jetzt so weiter geht mit Aufregungen und Chaos, nein, das hätte ich mir doch nicht träumen lassen.
Meine Mutter leidet zur Zeit an einer Depression, oder es ist eine Art Nervenzusammenbruch.
Habe mich auf der Internetseite des zuständigen Neurologen schlau gemacht.
Alle Kriterien für eine Depression sind erfüllt. Völlige Antriebslosigkeit, Desinteresse am Geschehen, Appetitlosigkeit, hohles Gefühl im Kopf, nicht Denken können, Panik und Angstzustände.
Eigentlich bin ich in dieser Woche bei meiner Enkelin eingesetzt, Kindergarten geschlossen und meine Schwiegertochter muss arbeiten, dann haut meine Mutter heute solche Sätze raus: ich sterbe, ich kann nicht mehr alleine fertig werden, ich weiß nichts mehr, ich schaffe es nicht zum Arzt zu gehen. Ich bin nicht in der Lage mich selbst zu versorgen.
Nun dann zerreiße ich mich, fahre von der Enkelin, die heute ganz vereiterte Augen hatte und nicht gut drauf war, zu meiner Mutter, um Morgen mit ihr zum Neurologen zu gehen, werde, weil ich unkonzentriert und in Hektik bin auf der Fahrt geblitzt. Komme in den Stau wegen eines Fußballspiels.
Finde meine Mutter in einem desolaten Zustand vor. Bin hilflos.
Bin ungeduldig, bin ungläubig, nehme nichts mehr so ernst, geht auch nicht, weil ich es seit Kindertagen kenne. Jeden Tag ist etwas anderes.
O. wird auch von der Polizei angehalten und muss 25 Euro blechen, unnötiges Geldrauswerfen, wenn man mit 50 Euro in der Woche auskommen muss, aber ich helfe nicht mehr, damit ist endgültig Schluss.
Er hatte versprochen mir eine SMS zu senden, wie Borussia gespielt hat, nein, hat er nicht mehr daran gedacht.
Ich finde es nicht schön und muss mir noch sagen lassen, ich mache aus einer Mücke einen Elefanten. Ich sage ihm: Wenn man sich im Kleinen nicht auf dich verlassen kann, kann man es im Großen auch nicht.
Wenn man etwas verspricht, sollte man es halten, aber das versteht er nicht.
Er will sich den Arsch für mich aufreißen und schaffte es noch nicht einmal, mir eine SMS zu senden.

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